April 2010 Samstag, 17. April 201020.30 Uhr, theaterchen, 13,- Euro MERKT IHR NISCHT? Gerd Berghofer spricht, liest und schnauzt Texte von Kurt Tucholsky – Juri Kravets am Knopfakkordeon Kurt Tucholsky - Ein Leben in Texten, Briefen und Musik mit Juri Kravets am Knopfakkordeon zum 75. Todestag von Tucholsky Noch immer sind Tucholsky Texte sprachlich meisterhaft und von einer teilweise bemerkenswerten Aktualität. Seine Ausführungen über die "Nationalökonomie" schrieb er, als habe er Hypo Real Estate gekannt. Seine Aussage über den Publikumsgeschmack lässt erahnen, weshalb es Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" oder "Germanys next Topmodel" gibt. Von seinen grandiosen Ausführungen über den normalen Mitmenschen, die Familie oder das Deutsche Volkslied ganz zu schweigen. Kurt Tucholsky gehörte zu den wortgewandtesten und spitzfedrigsten Autoren der Weimarer Republik. „Tucho“ polarisierte gerne, er tat das zu Lebzeiten und seine unsterblichen Texte tun das noch heute. Ob „altbewährte Esel“ geschildert werden oder so elementare Fragen, wie die „Löcher in den Käse“ kommen, ob er ein „Kreuzworträtsel mit Gewalt“ löst, sich für nix und wieder nix in den Smoking schält. Tucholsky war nicht nur politischer Autor, sondern gewiefter Satiriker mit unbeschreiblichem Sprachwitz, aber auch ein genauer Beobachter der Weimarer Republik. Nicht nur seine Texte stehen im Vordergrund, sondern auch seine Biografie, die Berghofer sachkundig und einfühlsam in den Abend einflechtet, um dabei den ganzen Tucholsky vorzustellen: den bissigen, den hintersinnigen, den leidenschaftlichen und auch den verletzlichen Menschen hinter all dem. Die treffliche musikalische Begleitung übernimmt Juri Kravets (www.juri-kravets.de), der mit Gerd Berghofer schon seit längerem unterwegs ist, zuletzt mit dem Programm „Wilhelm Busch“ pur. Der Ausnahmemusiker, der aus der Ukraine stammt, ist Weltmeister am Knopfakkordeon. Kravets war Leiter des Moskauer Rundfunkorchesters und ist Mitglied in solch bekannten Ensembles wie "JuNo". Folgt man seinen Fingern auf diesem Instrument, ist Schwindel vorprogrammiert, im Zusammenspiel mit Tucholskys Texten und Berghofers kongenialer Interpretation entsteht ein Rezitationsprogramm der Extraklasse. Der von der Presse oftmals als „Meisterrezitator“ bezeichnete Gerd Berghofer wurde 1967 geboren und gerade als Rezitator einem breiten Publikum bekannt. Er steht in einer Reihe mit einer Generation jüngerer Rezitatoren, wie beispielsweise Clemens von Ramin oder Oliver Steller, Lutz Görners Meisterschüler. Berghofers Repertoire erstreckt sich von Wilhelm Busch bis hin zu Edgar Allan Poe. Und so hat sich der gebürtige Mittelfranke den Ruf eines sprachmächtigen Wortkünstlers erarbeitet, der auf Kleinkunstbühnen wie an Schulen, und in Theatern wie in Stadtbibliotheken gleichermaßen zuhause ist. Vorverkauf: M+R Buchhandel, Wochenspiegel, Weitere – ONLINE BESTELLEN |
